Trennungs- und Scheidungsvereinbarung

Nach einer Trennung sollte darüber nachgedacht werden, welche Vereinbarungen zu treffen sind. In Betracht kommen insbesondere vorläufige Regelungen zur Ehewohnung, zum Hausrat, gegebenenfalls zur elterlichen Sorge und zum Umgang und zum Unterhalt. Auch steuerliche Fragen stellen sich. Wenn es gelingt, diese Fragen frühzeitig zu regeln, werden Ihre persönlichen Beziehungen nicht unnötig belastet. Dies gilt sowohl für die betroffenen Kinder als auch die sich trennenden Eheleute. Gelingt eine Verständigung über die anstehenden Fragen, kann sich dies auf die Beziehungen innerhalb der Familie, die auch nach der Trennung fortbesteht, positiv auswirken.

Soll die Ehe einvernehmlich geschieden werden, setzt dies eine Scheidungsvereinbarung voraus. In dieser Scheidungsvereinbarung, die notariell beurkundet werden kann, werden die Folgen der Scheidung geregelt.

Auch wenn man sich nicht scheiden lassen will, kann eine solche Vereinbarung helfen, kostspielige und nervenaufreibende Prozesse zu vermeiden.

Mithilfe von Scheidungs- oder Trennungsvereinbarungen kann erreicht werden,

•    dass die Interessen aller beteiligten Familienangehörigen berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden,

•    dass die persönlichen Beziehungen der Beteiligten verbessert werden, gerade im Hinblick auf gemeinsame Kinder,

•    dass lang anhaltende gerichtliche Auseinandersetzungen mit hohen Kostenrisiken, persönlichen Belastungen und Gesundheitsgefährdungen vermieden werden.

Es ist daher von besonderer Wichtigkeit, alle sich aus der Trennungsentscheidung ergebenen Fragen vertraglich und einvernehmlich zu regeln.

Der Weg zu einer einvernehmlichen Scheidung erfordert vor allem Gesprächsbereitschaft. Die Interessen der beteiligten Familienangehörigen können je nach Stadium des Trennungsprozesses und je nach Regelungsbereich unterschiedlich sein. Im Rahmen der einvernehmlichen Regelung kann diejenige Lösung gefunden werden, die für ihre individuelle Situation in ihrer jeweiligen Familie am besten passt. Notwendig sein können Übergangsregelungen, die zu Beginn einer Trennung getroffen werden und von Anfang an die beiderseitigen Interessen berücksichtigen, so z. B. die steuerliche Gestaltung im Trennungsjahr, der Unterhalt oder der Umgang mit den Kindern.

Es gibt mehrere Wege, zu einer Scheidungsvereinbarung zu gelangen:

Möglicherweise gelingt es den Parteien sich direkt zu einigen, gegebenenfalls mit Hilfe von Vermittlern aus dem Freundes- und Verwandtenkreis. Auch im Falle einer solchen Einigung sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen, insbesondere dann, wenn es um die Regelung komplizierter Fragen geht, an die Sie langfristig gebunden sind.

Die Parteien können auch Rechtsanwälte damit beauftragen, eine Scheidungsvereinbarung auszuhandeln. Möglich ist es auch, nur einen Rechtsanwalt damit zu beauftragen, Regelungsvorschläge zu bearbeiten, die dann Grundlage einer einvernehmlichen Scheidung sein können.

Schließlich bietet die Mediation eine Möglichkeit, um in eigener Regie zu einer einvernehmlichen Scheidung zu kommen. Die Parteien bleiben dabei „Herr des Verfahrens“ und lassen sich von Mediatoren unterstützen, gemeinsam einvernehmliche Regelungen zu erarbeiten. Näheres zur Mediation finden sie unter dem Stichwort Mediation und unter www.diefairmittler.de.

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